· 

Sind wir nicht alle....MENSCH?


Am 27.01. war es wieder soweit. Die Befreiung des KZ in Auschwitz jährte sich. Ein Symbol für das Ende der schlimmsten Verbrechen, die die Menschheit jemals gesehen hat. Jedes Jahr aufs neue legen Politiker Blumen nieder, Menschen aus der Öffentlichkeit verbreiten Aktionen, die an diese schlimmen Verbrechen erinnern. Facebook und Instagram sind voll mit Bildern unter dem Hashtag #weremember. Aber 2 Tage später scheint alles vergessen. Keiner redet mehr davon, der Alltag hat uns wieder und diese Zeit geht für eine lange Zeit wieder vergessen. Wir sind zu beschäftigt mit unseren eigenen Problemen, die uns der Alltag bringt. Außerdem ist Auschwitz und die Nazizeit ja Vergangenheit. 

 

#weremember ???

 

Ja, die Nazizeit ist Vergangenheit aber der Hass auf Minderheiten und Menschen, die anders denken, glauben oder aussehen ist nach wie vor vorhanden. Die größten Verbrechen finden gerade vor unseren Augen statt. Doch fast keiner postet ein Bild z.B. unter dem Hashtag #notagain oder interessiert sich überhaupt dafür. Viele wissen auch nichts davon, weil es nur wenige Artikel darüber gibt und der Mainstream sich damit nicht beschäftigt. Aber warum? So etwas wie die Nazizeit soll sich doch nie wieder wiederholen!

 

Das Leid der Uiguren

 

Habt ihr schonmal was von den Uiguren gehört? Sie sind eine kleine Bevölkerungsgruppe, die der islamischen Glaubensrichtung angehören. Die meisten der etwa 15 Mio Uiguren leben im Nordwesten der chinesischen Region Xinjiang und stammen aus dem ehemaligen Turkestan. Die Volksrepublik China erkennt diese Gruppe Menschen nicht an. Seit 2014 werden diese Menschen systematisch grundlos verhaftet und in sogenannte Umerziehungslager gesteckt. Es gibt Berichte darüber, dass sie dort ihrem Glauben und ihrer Tradition abschwören und dem chinesischem Kommunismus folgen sollen. Jeden Morgen müssen sie die Nationalhymne Chinas singen, dürfen ihre Sprache nicht sprechen und auch nicht beten, sonst werden sie bestraft. Laut chinesischen Aussagen sind diese Menschen freiwillig dort um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Viele von ihnen wären auch wieder frei. Doch in Wahrheit sind sie in Arbeitslagern untergebracht. Kennt ihr diese Begriffe nicht irgendwo her? 

Aber China vergast diese Menschen ja nicht oder schlägt ihnen die Köpfe ab. Sie machen, für meine Begriffe, noch etwas viel Schlimmeres. Es werden Zwangsabtreibungen oder Sterilisationen durchgeführt. Diesen Menschen wird nicht nur ihre Kultur geraubt, sondern auch das genommen, weswegen wir alle Leben. Nämlich das Leben weiterzugeben und mit diesen Gedanken werden sie am Leben gelassen. Ich glaube grausamer geht es kaum noch. (Hier gehts zum Artikel)

 

"Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen." 

Albert Einstein

 

Doch was sagt die westliche Welt dazu? Was sagen die Menschen, die jedes Jahr ein Bild von Auschwitz teilen? Wo ist der Mainstream, der protestiert? Wo sind die Medien, die die Zeitungen und das Fernsehen mit Berichten über diese Grausamkeit füllen? Bei George Floyd war die halbe Welt am protestieren, wir haben wochenlang nix anderes gehört. Warum passiert das in diesem Fall nicht? Ist es vielleicht erst dramatisch, wenn die westliche Welt und ihre Medien entscheidet, dass es dramatisch ist? 

 

In China passiert genau das gleiche, was vor ungefähr 90 Jahren in Deutschland  begonnen hat. Die europäischen Politiker erinnern jedes Jahr aufs neue an diese grausame Zeit, legen Blumen in Auschwitz nieder und halten große Reden. Am nächsten Tag aber drehen sie sich um und schütteln der chinesischen Führung die Hände. Erinnern wir uns wirklich an das, was damals war oder sind wirtschaftliche Interessen im Vordergrund?  

 

Der Schein von Integration

 

Auch im eigenen Land haben wir Probleme und der Rassismus und Fremdenhass spielt eine große Rolle. Doch was ist Rasissmus? Was darf ich? Was darf ich nicht? Beim Fußball startete eine große Rassismusdebatte weil ein rumänischer Schiedsrichter "Der Schwarze da vorne" gesagt hat. Die grünen Politiker in Berlin fordern eine Schwarzenquote im Lehramt. Habt ihr euch schonmal bei solchen Diskussionen Gedanken gemacht, wie ein Schwarzer darüber denkt? Was ist eigentlich ein Schwarzer? Es ist doch ein Mensch oder...? Die Grünen gehen dabei noch einen Schritt weiter und reden von Schwarzen und People of Color. Für mich ist das alles purer Rassismus. Für mich sagen diese Aussagen immernoch: "Diese Menschen sind anders".

Diese Menschen sind aber Menschen wie du und ich. Wir brauchen keine Quote für irgendetwas! Wir brauchen eine faire Gleichbehandlung für den Menschen!

Wenn ich jemanden aufgrund seines Aussehens beschreibe, dann ist das eine Beschreibung und keine Beleidigung! 

Ich habe mir in meinem Leben noch nie so viel Gedanken über andere Hautfarben gemacht wie in den letzten Jahren. Für mich war das schon immer gleich! Dieser ganze Wahn, der hier gerade passiert, ist meiner Meinung nach der völlig falsche Weg. Denn sobald ich solch eine Quote erreichen muss, werden Menschen auf ihr Aussehen reduziert. Jeder Mensch hat das gleiche Recht auf Leben! Egal was er glaubt oder wie er aussieht. Wenn wir das alles respektieren und vor allem nicht täglich davon reden, haben wir doch keine Probleme. Die Politik und diese ganzen Aktionen haben wahrscheinlich die richtige Absicht, führen aber zu einem Schubladendenken. Was ist z.B. ein Deutscher mit Migrationshintergrund? Niemals dein Deutscher! Und somit niemals gleich! Es ist nur ein anderer Begriff für "Er ist anders" und hat nix mit Integration zu tun.

 

Das Schubladendenken

 

Für alles gibt es eine Schublade. Sobald man Kritik über die Flüchtlingspolitik äußert, landet man in der Schublade "Nazi".  Sobald man schwarz ist, landet man in der Schublade "Schwarzer" (das neue Neger). Wenn man nicht schwarz sondern hellbraun oder, wie man zu den Asiaten sagt, gelb ist, landet man in der Schublade "POC" (People of Color). Wenn ein Mann einen Mann liebt, Schublade "Schwul" usw. Aber alle sind doch aus der Schublade "MENSCH"! Also warum sollte ich sie in die anderen Schubladen einteilen und sie dementsprechend anders behandeln oder ansehen? Wir sind doch alle gleich aber trotzdem irgendwie anders und das ist auch gut so. Ich habe das schonmal in meinem ersten Artikel "Rasissmus, Diskriminierung und Meinungsfreiheit" geschrieben, wenn wir alle anderen respektieren und so nehmen wie sie sind und jeder Rücksicht auf den anderen nimmt, ist doch alles andere egal. Das geht aber nicht, wenn wir nicht aus den Schubladen herauskommen. Solange wir in diesen Schubladen leben, egal wie wir sie nennen, wird es Rasissmus geben. Umso mehr wir versuchen zu sagen, dass die eine Schublade ganz toll und gleich ist, wird sich eine andere Schublade benachteiligt fühlen. Es wird einen Keil zwischen die einzelnen Schubladen treiben und wir werden niemals friedlich miteinander leben können. 

 

"Respektier dich selbst, respektiere andere und übernimm Verantwortung für das. was du tust."

Dalai Lama 

 

Für mich bedeutet das alles aber nicht, dass es überall auf der Welt gleich sein muss. Klar, ich wünsche mir Frieden und Wohlstand für alle. Was ich damit aber eigentlich meine ist, das Deutschland irgendwo deutsch bleiben sollte und die Türkei z.B. türkisch. Der Türke soll auf seine Herkunft genauso stolz sein können wie der Deutsche oder Japaner oder...oder. Wenn ich reise, dann möchte ich in andere Kulturen eintauchen. Diese können aber nur gewahrt werden wenn man einerseits an Traditionen festhält, andererseits aber auch andere Traditionen respektiert.  Das ist das, was das Zitat vom Dalai Lama für mich aussagt oder wie ich es interpretiere. 

 

Respektiere dich selbst: Sei stolz auf das was du bist, wie du bist und wo du herkommst. Vergiss aber nicht, dass du nichts besseres bist als andere. 

 

Respektiere andere: Respektiere Menschen, die anders sind als du oder anders denken. Egal ob du jetzt als Deutscher in der Türkei lebst oder als Türke in Deutschland. Respektier die Art der Menschen. Respektiere wie sie Leben oder glauben und nimm Rücksicht! Respektiere, dass deine neue Heimat anderes ist als deine alte. Versuche nicht den Menschen so zu machen, wie du ihn haben willst oder wie er deiner Meinung nach sein sollte. Respektiere aber auch andere, die in dein Heimatland kommen und die gleiche Chance wahrnehmen wollen, die du schon hattest.  

 

Übernimm Verantwortung für das was du tust: Das möchte ich in einem Beispielen erklären. Wenn du etwas sagst, was andere verletzen könnte, musst du das erkennen, anerkennen und Verantwortung übernehmen. Z.B. Negerkuss, das berühmte deutsche "Das habe ich schon immer so gesagt". Wenn du Negerkuss sagst, nimmst du damit in Kauf, dass du aufgrund der Geschichte jemanden damit persönlich triffst oder angreifst. Du bist deshalb kein Nazi oder so aber du musst die Verantwortung dafür übernehmen, dass du jemanden verletzt. Ich denke, diese Verantwortung möchtest du nicht übernehmen. Also versuche doch einfach Schaumkuss oder so zu sagen. Denn am Ende schmeckt das Ding doch gleich...oder? Mit dem Wissen, dass du einem anderen Menschen was Gutes getan hast, vielleicht sogar noch besser. 

 

Legt nicht immer alles, was gesagt wird auf die Goldwaage. Wenn ich wieder zum Schiedsrichter-Beispiel zurückkomme, dann hat der Schiedsrichter bestimmt keinen rassistischen Gedanken gehabt. Er hat den anderen Menschen nur so schneller identifizieren und beschreiben können indem er gesagt hat "Der Schwarze da vorne". Wir dürfen uns von solchen Dingen nicht ablenken lassen um die wirklichen Probleme, wie das oben beschriebene Auslöschen der Uiguren zu verhindern. 

Vor allem diskutiert über solche Themen! Auch wenn andere nicht die gleiche Meinung haben wie du. Hört euch diese Meinung an und versucht sie zu verstehen. Ich selber habe erst durch eine Diskussion mit einer Freundin verstanden, warum man Negerkuss nicht mehr sagen sollte. Nur durch Diskussion und Offenheit können wir Demokratie leben und Integration vorantreiben. Nur durch Diskussion können wir dir richtigen Probleme angehen und lösen. 

 

Nehmen wir doch mal das leidige Flüchtlingsthema und beschreiben das in den alt bekannten Schubladen. Schublade "Rassist" ist gegen Flüchtlinge. Schublade "Gutmensch" ist für Flüchtlinge. Ich bin der festen Überzeugung, das der Großteil aus diesen beiden Schubladen genau das gleiche möchte, nur andere Blickwinkel auf das Thema hat. Schublade "Gutmensch" weiß nämlich, dass diese Menschen aus Schublade "Flüchtling" nicht ohne Grund ihr Land verlässt. Dort gibt es Krieg, Tot und keine Perspektive. Deshalb möchten die Menschen aus Schublade "Flüchtling" eine neue Chance. Schublade "Rassist" sieht z.B. dass diese Menschen vom Staat viel Hilfe erhalten während viele Deutsche Flaschen sammeln müssen um über die Runden zu kommen. Zwei Ansichten, die durchaus nachvollziehbar sind. Mit was beschäftigen sich diese Menschen und vor allem auch die Medien? Mit eben genau diesen Schubladen und nicht mit Diskussionen. Bei einer Diskussion würden wahrscheinlich die wahren Probleme behandelt werden. Das eine Thema ist Krieg. Kriege führen in der Heimat der Schublade "Flüchtling" die westlichen Länder. Warum? Muss das sein? Also wäre doch die Lösung des ganzen Flüchtlingsthemas, das Beenden der Kriege. Oder? 

Es bleibt natürlich noch die Meinung der Schublade "Rassist", die es zu Diskutieren gibt. Warum muss denn eigentlich ein Mensch, der sein Leben lang in Deutschland gearbeitet hat in Armut leben? Warum müssen denn überhaupt Menschen in Deutschland in Armut leben? Vielleicht wäre es mal an der Zeit auch dieses Problem anzugehen und zu beseitigen. Das Thema Armut in Deutschland ist wahrscheinlich einfacher zu bekämpfen, wie das Thema Krieg. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die Menschen viel offener gegenüber Flüchtlingen wären, wenn es ihnen persönlich auch gut geht. Plötzlich könnten wir vielen Menschen helfen und das nur, weil wir die Schubladen außen vor gelassen und miteinander diskutiert haben. Es wird zwar weiterhin Menschen geben, die wirklich rassistische Hintergründe haben oder Flüchtlinge, die gewalttätig sind aber das sind Minderheiten, die man nicht tolerieren kann und wo auch wieder Diskussionen geführt werden müssen, wie man damit umgeht. Aber ein großer Teil kann nur durch die richtigen Diskussionen und das Ablegen der Schubladen viel glücklicher und friedlicher miteinander leben. Denn am Ende gehören wir doch alle zur Nation Mensch und wollen nur glücklich sein, wünschen uns das Beste für unsere Familie und Freunde und wollen unsere Kinder friedlich aufziehen. 

 

Am Ende möchte ich euch darum Bitten, euch wirklich zu erinnern und auf die Lage der Uiguren in China aufmerksam zu machen. Nur wenn wir gemeinsam Flagge zeigen, kann man die Politik dazu bewegen etwas zu ändern.

Außerdem würde ich mich über Kommentare oder eine Diskussion mit euch freuen. Ihr könnt mir gerne eine Mail schreiben oder mich über Instagram oder Facebook kontaktieren. Wenn ihr die gleichen Ansichten  wie ich teilt, verbreitet diesen Beitrag und lasst uns die wirklichen Probleme angehen. 

 

Euer Rhoihesse

 

 

 

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0